Best Practice: Crowdsourcing bei funny-frisch

Beitrag verfasst: 29. September 2017 von Mara Granz

Das Thema Crowdsourcing ist in aller Munde und in unserem Artikel „Mass Customization und Crowdsourcing“ haben wir bereits über die Kernidee dieses Instruments geschrieben. Auch, wenn dies schon einige Zeit her ist, hat das Thema keineswegs an Relevanz verloren. Ganz im Gegenteil: Crowdsourcing hat sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Marketing-Instrument gemausert, welches immer wieder gelungene Beispiele aus der Praxis hervorbringt.

My Müsli, McDonals und Ritter Sport gehören zu den beliebtesten und erfolgreichsten Beispielen, wenn es um das Thema Crowdsourcing geht. Sie alle haben in der Vergangenheit mit einer Menge an Internet-Usern kooperiert, sie in die Entwicklung neuer Produkte eingebunden oder zwischen unterschiedlichen Produktvarianten wählen lassen.

Was raschelt da in der Tüte?

Auch bei Chipshersteller Intersnack raschelte es Anfang 2017 gewaltig in der Marketing-Tüte, denn im März startete die Crowdsourcing-Kampagne für die funny-frisch Chipswahl.

Eine Überraschung war die Kampagne nicht. Immerhin ist funny-frisch schon ein alter Hase im Crowdsourcing-Business und schickte die Chipswahl bereits in die sechste Runde. Die gekonnte Verknüpfung von Crowdsourcing mit weiteren Marketinginstrumenten macht die Aktion dennoch zu unserem Best Practice.

Crowd vs. Poldi

Bereits in den letzten Jahren hatten Konsumenten die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Chipssorten zu entscheiden. Neu in diesem Jahr war, dass erstmals eigene Vorschläge eingereicht werden konnten und neben dem langjährigen Testimonial Bastian Schweinsteiger auch der neue Markenbotschafter Lukas Podolski involviert war. Während Podolski seinen eigenen Vorschlag, die Chipsfrisch Colonia, präsentierte, rief Schweinsteiger dazu auf, die Colonia-Kreation mit eigenen Ideen herauszufordern. Das war der Startschuss für alle funny-frisch-Fans: Nun konnten sie ihre Ideen über die eigens für die Kampagne entwickelte Microsite chips-wahl.de hochladen und über die zehn beliebtesten Sorten abstimmen.

Anschließend entschied dann eine Jury, in der auch Bastian Schweinsteiger vertreten war, über die drei finalen Sortenvorschläge. Im Rahmen einer „Probier-Tour“ durch München, Köln, Hamburg und Berlin hatten die Konsumenten letztlich die Chance, die in geringer Menge produzierten Sorten Knobi, Einhorn und Chicken Nuggets zu probieren und für den Gewinner der Chipswahl 2017 abzustimmen. Wer es nicht zur „Probier-Tour“ in eine der Städte schaffte, konnte mittels Online-Gewinnspiel weitere 3.333 Probier-Pakete gewinnen.

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Posted by funny-frisch on Mittwoch, 17. Mai 2017

Kanalübergreifende Kommunikation

Bei der Chipswahl überließ Intersnack nichts dem Zufall. Neben dem eigentlichen Spot im TV wurde die Kampagne auch über diverse Social Media-Kanäle der beiden Fußballprofis sowie über die eigenen funny-frisch-Kanäle kommuniziert. Der Kampagnen-Hashtag #schlagdenlukas wurde begleitend in die Marketingkommunikation integriert und sorgte für zusätzliche Reichweite innerhalb der Zielgruppe. Auch deutschlandweit bekannte Food-Blogger und Influencer spielten eine Rolle. Sie rührten innerhalb ihres Netzwerks die Werbetrommel und erhöhten so den Bekanntheitsgrad der Aktion.

Das Zusammenspiel der unterschiedlichsten Kanäle machte die Chipswahl 2017 zu einer der aufmerksamkeitsstärksten Kampagnen von funny-Frisch. Insgesamt wurden mehr als 130.000 verschiedene Sortenvorschläge von Knobi über Tinder Schokolade bis hin zu Erdbeerkäse eingereicht. Die im Rahmen der Kampagne veröffentlichten Facebook-Beiträge knackten die 95.000-Likes-Marke und erzielten zwischen 100 und 30.000 Kommentare. Auch geteilt wurde fleißig. Ein Beitrag erwirkte im Durchschnitt rund 500 Shares.

Was wir aus der Chipswahl lernen

1. Kanäle verknüpfen

Die Chipswahl macht eines besonders deutlich: Es reicht nicht aus, eine gute Kampagnen-Idee zu haben und sich mittels Crowdsourcing an weiteren kreativen Impulsen der eigenen Crowd zu bedienen. Vielmehr ist es notwendig, die Werbebotschaft auch über begleitende Kanäle zu kommunizieren, um so ein strategisch abgestimmtes Gesamtbild zu erzeugen. Wer unterschiedliche Kanäle bedient, kann zudem unterschiedliche Zielgruppen erreichen und einen ganzheitlichen Eindruck über die Bedürfnisse der eigenen Crowd gewinnen.

2. Belohnen

Der Start einer Crowdsourcing-Kampagne gewährleistet nicht automatisch, dass sich die Crowd auch beteiligt und im gewünschten Rahmen interagiert. In der Regel möchte sie motiviert werden. Das gelingt am besten durch kleine Belohnungen – ganz nach dem Motto „Gibst Du mir Deinen kreativen Impuls, werde ich mich dafür revanchieren!“ funny-frisch ist dies gelungen, indem sie neben prominenter Unterstützung auf „Probier-Events“ und kostenlose Probe-Tüten der kreierten Chipssorten setzten. Dieses „Geben-und-Nehmen-Prinzip“ ist ein wichtiger Erfolgsfaktor des Crowdsourcings und sollte bei keiner Kampagne außer Acht gelassen werden. Denn wer sich ausgenutzt fühlt, wird logischerweise auch keine innovativen Ideen beitragen.

3. Feedback ernstnehmen

Besonders in der Food-Branche können Kampagnen wie die Chipswahl immer auch der Auslöser für negatives Feedback sein. Wer seine Crowd um eine Meinung bittet, bekommt sie – geradeaus und ehrlich. Spricht sich die Crowd also negativ gegenüber einer Produktidee aus, dann ist dies ernst zu nehmen. Aus Sicht von funny-frisch wäre es beispielsweise äußerst unklug gewesen, entgegen der Abstimmung die Sorte Einhorn zum Sieger der Chipswahl zu krönen, da viele Nutzer die Einhorn-Chips kritisierten.

Fazit: Der Mix macht’s

Von Crowdsourcing über Social Media-Marketing und Storrytelling bis hin zum Influencer-Marketing – die Chipswahl 2017 hat die unterschiedlichsten Kanäle und Instrumente des Marketings gekonnt miteinander verknüpft. Auf diese Weise nutzte Intersnack die Chance, sich der Ideen seiner Kunden für eine neue Chipssorte zu bedienen und gleicher Hand unterhaltsame Abwechslung, unterstützt durch die Präsenz zweier Fußballprofis, zu bieten.

Gewonnen hat die Chipswahl 2017 im Übrigen nicht Podolskis Chipsfrisch Colonia, sondern die Sorte Chicken Nuggets Style. Doch wir von konsum-marketing.de sind uns sicher, dass Poldi schon bald, im Rahmen der nächsten Chipswahl, eine neue Chance im Kampf um das Siegertreppchen bekommen wird. Denn wie heißt es so schön: „Never change a winning team!“ 🙂

Posted by funny-frisch on Dienstag, 29. August 2017

 

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