Pop-Up Store Best Practice: Reishunger, Bremen

Beitrag verfasst: 18. Mai 2017 von Carla Maria Hoppe

Im Oktober letzten Jahres eröffnete das Bremer Unternehmen Reishunger einen lokalen Pop-Up Store. Damit betrat der Onlinehändler nicht zum ersten Mal stationäres Terrain, aber zum ersten Mal in eigener Regie. Für das Unternehmen bot sich so die Gelegenheit, interessierten Konsumenten das große Sortiment persönlich vorzustellen, die Zielgruppe kennenzulernen und sich selbst in aller Munde zu bringen mit der Idee, einen vorübergehenden Store als Onlinehändler zu eröffnen.

Was ist ein Pop-Up Store?

Ein Pop-Up Store ist ein kurzfristiges stationäres Geschäft für eine Marke (oder sogar lediglich ein Produkt dieser einen Marke). Es ist in der Regel schon nach ein paar Tagen, Wochen oder (seltener) Monaten wieder verschwunden. Dieser Verkaufspunkt kann in vorübergehend leerstehenden Ladenräumen stationiert sein oder auf den Gang-Flächen in Einkaufszentren, auch Platzierungen in den Fußgängerzonen der Innenstädte sind denkbar.

Ursprünglich aus der Mode stammend (und dort teilweise auch nur als Showroom in Verwendung), liegt diese Idee heute auch in anderen Branchen im Trend. In unserer schnelllebigen Zeit, wo der Konsument in Sekunden überzeugt sein will, sich online & offline nach Angeboten umsieht und gerne Teil von etwas sein will (Stichwort soziales Ereignis), bieten Pop-Up Stores eine gelungene Mischung aus limitierter Verfügbarkeit und Exklusivität. Sie dienen heute nicht dem reinen, schnellen Warenabsatz, sondern sind insbesondere im Rahmen der Imagepflege ein gutes Instrument.

Online-Plattformen wie www.gopopup.com/de bieten Unternehmen spezifische Lokalitäten zur Eröffnung von Pop-Up Stores – in allen Preis- und Geo-Lagen. Für interessierte Kunden bilden sich ebenfalls Plattformen heraus. Unter www.popup-radar.com beispielsweise ist seit November 2015 ein Eventkalender für Pop-Up Stores einsehbar. Für Marketer interessant: Pop-Up Stores können kostenlos eingetragen werden und generieren so direkt erste Reichweiten.

Der Reishunger Store in Bremen

Im Sommer 2011 startete Reishunger mit einem ersten kleinen Onlineshop, bot hochwertigen Reis in handabgefüllten Tüten an und verband dies mit Kochtipps zur korrekten Zubereitung. Der Reis wird direkt von Bauern und Reismühlen importiert und in der eignen Manufaktur in Bremen verpackt. Heute arbeiten nach eigenen Angaben des Unternehmens „über 50 Hobbyköche, Einkaufskönner, Produktexperten, Logistikspezialisten und Verpackungskünstler“ im Unternehmen.

Am 15. Oktober 2016 eröffnete Reishunger seinen Pop-Up Store in Bremen. Die eigens für die Eröffnung des Pop-Up Stores in Bremen eingerichtete Facebook-Veranstaltung erzielte online im Vorhinein 341 Interessenten und 60 Teilnehmer. Neben der klassischen Eröffnungsveranstaltung bot das Unternehmen eine Führung durchs Sortiment, 10% Eröffnungsrabatt und gratis Reisverschlüsse für die ersten Käufer. Begleitet wurde die Aktion von bildlicher Dokumentation im Social Media.

Auch zwischendurch teilte das Social Media Team von Reishunger aktuelle Informationen über den Store in Bremen – und zwar in gewohnt humoristischer Tonalität. Der Erfolg des Pop-Up Stores veranlasste das Unternehmen schließlich zu einer Verlängerung bis 30. April 2017.

reishunger-was-fuer-ein-reiswetter

Quelle: https://www.facebook.com/Reishunger/photos/a.137621512976067.29249.118051728266379/1403838956354310/?type=3&theater

Erfolgsfaktoren für einen Pop-Up Store

In erster Linie braucht es für einen erfolgreichen Pop-Up Store ein Produkt, das die Zielgruppe emotional involviert. Ein Pop-Up Store lebt von der Mundpropaganda der Kunden, durch die sich die Nachricht des vorübergehenden Ladengeschäfts im Idealfall schnell und weit verbreitet. Heutzutage bietet Social Media natürlich zahlreiche Möglichkeiten, alle Informationen viral zu streuen, aber ein Pop-Up Store ist und bleibt nun einmal ein lokales Phänomen. Die lokale Presse als auch lokale Influencer zu gewinnen, ist daher sicherlich eine gute Idee.

Perfektionismus in allen Ehren – es ist ein Pop-Up Store. Übergangsweise leerstehende Verkaufsräume lassen sich preiswert anmieten, enthalten aber oftmals kein Inventar. Je nach Marke und Auftritt des Unternehmens ist nun Flexibilität in der Ausgestaltung gefragt. Konsumenten wollen heute nicht noch einen Stand wie jeden anderen. Hier ist Kreativität gefragt! Reishunger ging mit gutem Beispiel voran, betonte den vorübergehenden Charakter in der Verwendung von Paletten anstatt Verkaufsregalen und verlor auch nicht aus den Augen, die Produkte ansprechend im Fokus zu platzieren sowie das Branding griffig unterzubringen.

Gerade für Onlinehändler bietet ein Pop-Up Store neben dem Abverkauf die Möglichkeit, die Zielgruppe einmal persönlich kennenzulernen. Hierzu muss der Store entsprechende Möglichkeiten bieten, mit den Kunden in Kommunikation zu treten – Probierstände, Materialien, Feedback-Karten, Sitzgelegenheiten. Sind es reine Offline-Kunden hat es den schönen Neben-Effekt, diese als Online-Kunden gewinnen zu können. Dafür können auch Karten zur Newsletter-Anmeldung dienen.

Ein weiterer einflussreicher Erfolgsfaktor ist im Personal zu finden. Neben dem Kennenlernen der Zielgruppe bietet O2O (Online to Offline) die Möglichkeit, konkretes Feedback von den Kunden einzuholen. Wie kommen die (neuen) Produkte an? Wie klappt es mit der Verwendung der Produkte? Hierfür braucht es motiviertes und gut geschultes Personal, das sich offensichtlich mit dem Produkt und der Marke identifiziert und die entsprechende Leidenschaft an die Besucher des Pop-Up Stores überträgt. Auch für Social Media sind solche Mitarbeiter gute Unterstützer – motiviert zu berichten.

Alles in allem benötigt das geschlossene Konzept des Pop-Up Stores die Integration in die bestehenden Marken-Kanäle. Hier erlauben wir uns die Verwendung des Buzzwords Storytelling, denn das trifft es auf den Punkt. Erzählen Sie eine spannende und in sich schlüssige Geschichte! Und erreichen Sie damit das Interesse, die Identifizierung und die Share-Bereitschaft Ihrer Zielgruppe. Planen Sie die Umsetzung bis ins Detail und achten Sie darauf, einen Redaktionsplan zu erstellen, der verschiedene Szenarien mit andenkt und die Store-Mitarbeiter mit einbezieht.

Kleiner Store, große Wirkung!

Im Kern bedarf ein Pop-Up Store ein emotionales Produkt, eine kreative und kommunikative Einrichtung, leidenschaftliches Personal und einer guten Story. Erfüllt der Pop-Up Store diese Faktoren, dann nutzen die Konsumenten das angebotene soziale Event, sprechen darüber und verschaffen Ihnen so Earned Content (also unbezahlten, verdienten Inhalte in den sozialen Medien), der zusätzlich auf Ihr Image einzahlt. Gute Vorbereitung und geplante, aber kreative mediale Begleitung geben Ihnen die Möglichkeit, flexibel zu agieren und den Erfolg Ihres Pop-Up Stores zu steigern. Reishunger hat es vorgemacht, jetzt sind Sie dran!

Keine Kommentare

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen