Wie kommunizieren Unternehmen in Zukunft mit Fans und Kunden?

Beitrag verfasst: 29. Juli 2016 von Carla Maria Hoppe

Auf dem Blog von Social Hub wurde eine Blogparade zum Thema „Messenger & Co. – wie kommunizieren Unternehmen in Zukunft mit Kunden und Followern?“ ausgerufen. (Hashtag: #SoMeParade)

Zur Zukunft des Newsletter-Marketings und der Frage, ob Messenger diese in Zukunft ersetzen werden, haben wir uns in einem früheren Artikel bereits geäußert. Lesen Sie hierzu direkt unseren Beitrag „Vom Newsletter zum Messenger-Marketing?“.

Heute und hier soll es um die Frage gehen, wie sich die Kommunikation im Rahmen von Social Media im Laufe der Zeit verändert hat bzw. wie sie sich noch verändern wird. Betrachten Sie Social Media noch durch die rosa Brille? Dann wird es Zeit, die Gläser zu putzen und für klare Sicht zu sorgen.

Social Media Kommunikation im Wandel

Früher lautete die Faustregel: Präsenz zeigen und das am besten überall. Ein Facebook-Profil gehörte zeitweise einfach zum guten Ton. Mittlerweile wird Social Media Marketing viel differenzierter betrieben. Jede Plattform bietet unterschiedliche Nutzerstrukturen, die sich durchaus im Zeitverlauf auch wandeln. Während beispielsweise die Nutzer von Facebook älter werden, wechselte die jüngere Generation zunächst zu Instagram und mittlerweile zu Snapchat. So können über verschiedene Kanäle hinweg die eigenen Zielgruppen differenziert angesprochen werden. Je nachdem, wie aktiv die Nutzer über mehrere Kanäle hinweg sind, findet eine Informationsüberflutung statt. Hier gezielt herauszustechen und die Zielgruppen positiv und mit Mehrwert zu erreichen, ist sehr wichtig für die einzelne Marke.

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Quelle: Statista, verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/214159/umfrage/gruende-fuer-die-nutzung-von-social-media-durch-unternehmen/

Schon heute haben Unternehmen erkannt, dass die Zielgruppenansprache im Laufe der Zeit deutlich relevanter geworden ist als die reine Umsatzsteigerung. Kunden wollen konkret und direkt angesprochen werden. Ein Beitrag wird ernst genommen, wenn die Ansprache persönlich ist, der Absender klar und der Beitrag Mehrwert oder Inspiration bietet. Die reine Produktdarstellung mit Kaufaufforderung muss hübsch verpackt werden – egal in welchem Netzwerk Sie sich bewegen. Dies erfordert von Unternehmen für alle Kanäle ein klares Konzept und eine umfassende Strategie auszuarbeiten, auf dessen Basis alle Kanäle zurückgreifen können.

Multichannel-Marketing gewinnt an Bedeutung

„Als Kunde finde ich es immer angenehmer, wenn bestehende Plattformen genutzt werden. So agiere ich lieber mit einem Unternehmen, wenn es dort ist, wo ich schon bin. Also z.B. klassisch via Facebook-Seite oder Twitter-Profil. Wenn ich mich für eine Community nochmal irgendwo anders registrieren muss, ist das eine Hemmschwelle.“, schreibt Johannes Mairhofer, Blogger und Dozent.[1]

Abhängig von Unternehmensgröße und Aufstellung in Kundenkommunikation sowie Social Media kann dies Chance oder Risiko bedeuten. Mit einer durchdachten Strategie sollte abgedeckt sein, dass sich Unternehmen auf denselben Social Media Kanälen bewegen wie ihre Zielgruppe. Ist die Manpower aber schlicht nicht vorhanden und werden wichtige Interaktionsmöglichkeiten ausgelassen, so kann diese Erwartungshaltung schnell zum Risiko werden. Dem Risiko, dass der (potentielle) Kunde sich nicht ausreichend betreut fühlt.

B2One stellt dabei eine neue Herausforderung für die Kommunikation dar. Es geht darum, mehr Personalisierung zu schaffen. Und das nicht nur im Newsletter, bei deren Erhalt der Kunde mit seinem Namen angesprochen wird oder den er nur zu für ihn relevanten Themen erhält. Nein, es geht auch und vor allem darum, Personalisierung auszuweiten. Unternehmen sind nicht mehr nur mit einem Newsletter oder auf einem einzigen Social Media Kanal unterwegs – sie betreiben hingegen eher Multichannel-Marketing, um ihre Zielgruppe überall zu erreichen.

Best Practice „Will it Blend?“

Multichannel-Marketing erfordert vom Unternehmen mehr Leistung – nicht nur personeller Art, sondern auch kreativer. Wie geht man mit den verschiedenen Kanälen um? Markeninhalte, die auf allen Kanälen eins zu eins funktionieren, sind ein Mythos. Jeder Inhalt muss genau auf den Kanal passen, für den er produziert wird. Nichtsdestotrotz reichen in einem durchdachten Gesamtkonzept kleine Anpassungen der Inhalte, damit diese hervorragend über verschiedene Kanäle funktionieren.

Mehr Videos unter: https://www.youtube.com/user/Blendtec/videos

Blendtec ist ein auf den Verkauf von Mixern spezialisiertes Unternehmen, das in der Zielgruppe gesichtslos agierte und zudem auch noch umsatzschwach war. Eines Tages beobachtete der Marketingleiter den Unternehmensgründer dabei, wie er – um den Mixer zu testen – ein dickes Stück Bauholz schredderte. Geboren war die Idee zur Strategie „Will it Blend?“. Nun beweisen seit Jahren kurzweilige Videos, wie leistungsfähig die Mixer von Blendtec sind.

Wie funktioniert die Verwertung der Inhalte auf verschiedenen Social Media Kanälen? Während bei Blendtec YouTube rein den Videos vorbehalten ist, findet bereits auf Facebook die Nutzung von Mixed Content statt. Neben Videos, Links zum Shop und Rezepten für den Mixer, postet das Unternehmen auch Fremdinhalte, die den Fans einen eindeutigen Mehrwert bieten, ohne den Kern der Kampagne aus den Augen zu verlieren. Ähnlich wird mit Twitter verfahren. Instagram und Vine dagegen werden eher zum Anteasern der Videos genutzt, während Pinterest rein der Inspiration in Form von Rezepten vorbehalten ist und Fremdinhalte gesammelt auf thematischen Boards zur Verfügung stellt.[2]

Fazit: Social Media in der Zukunft der Kommunikation

Für Unternehmen ist entscheidend, auf den richtigen und relevanten Social Media Kanälen aktiv zu sein. Eine fundierte Strategie sorgt dafür, sich im Multichanneling nicht zu verlieren, sondern die Zielgruppe zielführend und gewinnbringend zu erreichen. Dennoch sollten alle anderen Kanäle nicht aus den Augen verloren werden. Social Listening erfordert mehr, als auf den eigenen Kanälen Daten zu erheben. Vielmehr gilt es, bewusst zu beobachten, was Nutzer über die Marke verbreiten. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Auftritten in nur ausgewählten Social Media Netzwerken wird dies weiter an Bedeutung gewinnen. Nützliche Tools wie Google Alert bieten dabei eine gute Unterstützung.

Kampagnen wie „Will it Blend“ oder auch Oreo auf Vine sowie die Content Marketing Strategie von Hornbach zeigen auf, wohin sich digitale Kampagnen in Zukunft entwickeln werden. Hochwertige Inhalte, zugeschnitten auf die einzelnen Kanäle, fokussiert auf dasselbe Kampagnen-Thema –Inspiration, das Bieten von Mehrwerten und Kommunikation mit dem Nutzer werden verstärkt, womit die reine Absicht zum Abverkauf für den Verbraucher in den Hintergrund rückt. Der nächste große Trend? Social Selling – Verkauf harmonisch dort integrieren, wo die Nutzer sich sowieso regelmäßig bewegen.

 

[1] Zitat von Johannes Mairhofer, Beitrag zur Blogparade: „Messenger & Co. – wie kommunizieren Unternehmen in Zukunft mit Kunden und Followern?“, abrufbar unter https://www.einaugeistgenug.de/kommunikation/
[2] Vollständige Case Study zu Blendtec abrufbar unter: https://onlinemarketing.de/news/will-it-blend-exzellentes-content-marketing-mit-sinnloser-zerstoerung

2 Kommentare

  • Philip Schilling 29. Juli 2016 at 14:25

    Hi Carla,

    vielen Dank für Eure Teilnahme!

    Die „Will It Blend?“ Kampagne gefällt mir auch sehr gut 😉

    Philip

    Antworten
    • Carla Maria Hoppe 1. August 2016 at 10:38

      Vielen Dank! Es war auch ein interessantes Thema. Ich freue mich auf weitere Blogparaden! 🙂

      Antworten

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